Geburt und Schalom (Teil 2) – HypnoBirthing als Geburtstrainerin

IMG_0810Die Furcht ist die Feindin. Angst zerstört jede natürlich friedliche Atmosphäre – vor allem das Geburtsgeschehen. Und zwar nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch im physischen Sinne (für die Rationalist*innen unter uns):Die negative Wirkung der Furcht auf den Geburtsverlauf kann bis zur Funktion des Vegetativen Nervensystems verfolgt werden. Angst katapultiert den Körper in einen Verteidigungszustand und es werden vermehrt Stresshormone (Katecholamine) ausgeschüttet. Drei körperliche Reaktionen sind nun noch möglich:

„Kämpfe, flüchte, oder erstarre!“

Zwei von diesen Optionen fallen bei einer eher Geburt weg. So bleibt dem angsterfüllten Körper einer gebärenden Frau nur die Wahl des „Erstarre und verteidige Dich – Modus“. Da die Gebärmutter kein Bestandteil des körperlichen Verteidigungsystems ist, wird nun Blut von ihr weggeleitet und der Sauerstoff beschränkt. Und das war‘s dann mit Geburtsfortschritt und Schalom. Statt den Weg für das neue Leben in der Welt draußen zu ebnen, verkrampft und verschließt sich der Körper, was zu erheblichen Schmerzen und Stillstand führt.

HypnoBirthing versucht nun, durch das Anwenden verschiedener Techniken den Körper zu trainieren, sodass er während der Geburt nicht in diesen „Panik-Modus“ verfällt. Dabei wird zwischen 4 Basistechniken unterschieden:

  • Atmung
  • Visualisierung
  • Entspannung
  • Vertiefung

Zu jeder dieser Basistechniken bietet das HypnoBirthing-Programm eine Vielzahl an Übungen an. Und da sollte man einfach ausprobieren, was einem am besten gefällt und was sich möglichst gut in den eigenen Alltag einbauen lässt (während eines HypnoBirthingkurses hat man zum Ausprobieren wirklich viele gute Möglichkeiten). Und dazu sage ich gleich: Der Teufel steckt quasi im Detail bzw. in der konsequenten Wiederholung der ausgewählten Techniken. Immerhin geht es darum, sein Unterbewusstsein umzuprogrammieren – und das funktioniert nun einmal am besten durch Konditionierung.

HypnoBirthing ist also nicht nur eine Philosophie – sondern auch eine Personal Trainerin.

Allerdings sollte man an das Ganze natürlich nicht zu verbissen herangehen. Hier liste ich Euch mal mein ganz persönlichen „Geburtstrainingsplan“ auf:

  • Übung der Atemtechniken – täglich. Vor allem morgens nach dem Aufstehen und abends vorm Zubettgehen versuche ich beispielsweise meine Wellenatmung (Welle = Wehe) zu trainieren.
  • Die sich öffnende Blüte – eine Visualisierung, die mir persönlich sehr zusagt. In einem entspannten Zustand stellt man sich vor, wie sich der Damm langsam öffnet, genau wie die Blütenblätter einer Rose. Visualisierungstechniken müssen nicht täglich geübt werden.
  • Entspannungsübungen – täglich. Diese sind für mich das Herzstück der Geburtsvorbereitungen. So oft wie möglich höre ein angeleitetes Entspannungsprogramm von meiner HypnoBirthing-CD. Dabei besuche ich jedes Mal meinen „inneren Tempel des Friedens“. Und es stimmt wirklich: Je öfter man übt, desto schneller kann man völlig loslassen.
  • Um meine Verspannung zu vertiefen, habe ich mir einen ganz persönlichen Anker gesetzt: Die reine ätherische Ölmischung „Entbindungsduft“ für die Aromalampe (aus der Bahnhofsapotheke in Kempten https://shop.bahnhof-apotheke.de/product/entbindungsduft-oel-5ml.315.html).
  • Positive Geburtsaffirmationen – täglich (z.B. „Jede Welle meines Körpers bringt mein Kind näher zu mir“).
  • Beckenbodengymnastik – täglich (z.B. beim Autofahren).
  • Dammmassage – eigentlich täglich (ich bin nur leider kein Freund davon…).

IMG_0805Wie Ihr sehen könnt, habe ich einen vollen Programmplan – merke aber auch täglich kleine Erfolge, die meine Zuversicht enorm stärken. Und natürlich gibt es auch Tage, an denen ich nicht alle Punkte erledige oder auch mal gar keinen…

Die Materialien für all diese Übungen bekommt man am allerbesten in einem HypnoBirthingkurs. Dort erhält man sowohl das Buch (das ja schon eine CD enthält), als auch noch eine andere CD und einen Ordner.

Ich für meinen Teil blicke der nahenden Geburt unseres zweiten Kindes nun sehr positiv und friedvoll entgegen. Zugleich bin ich natürlich gespannt und auch ein wenig aufgeregt, wie es denn nun diesmal sein wird. Ich werde Euch davon berichten! Auf jeden Fall werde ich mich weiterhin jeden Tag auf mein persönliches Mantra besinnen: Geburt und Schalom.

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